Victory Media AG stellt Insolvenzantrag
Die Victory Media AG hat nach Berichten von Brancheninsidern Insolvenzantrag gestellt. Nach zahlreichen Fondspleiten in diesem Jahr hat es erneut einen großen Initiator getroffen.
(openPR) - Die Victory Media AG hat nach Berichten von Brancheninsidern Insolvenzantrag gestellt. Nach zahlreichen Fondspleiten in diesem Jahr hat es erneut einen großen Initiator getroffen. Zugleich laufen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bei dem Landgericht Augsburg gegen Franz Landerer und 10 weitere Beschuldigte auf Hochtouren.
In einem Informationsschreiben des Vertrauensgremiums vom 07.07.2006 wurde im Zusammenhang mit den kuriosen außerordentlichen Gesellschafterversammlungen der Victory Fonds 11-22 angekündigt, Strafanzeige gegen die gegenwärtigen und ehemaligen Verantwortlichen der Victory-Gruppe zu stellen. Mit Schreiben vom 03.08.2006 forderte der juristische Berater des Vertrauensgremiums den verantwortlichen Staatsanwalt in Augsburg auf, Ermittlungen gegen die verantwortlichen Personen wegen des dringenden Verdachts von strafbaren Untreuehandlungen einzuleiten. Zum derzeitigen Stand der Ermittlungen haben wir uns mit der Staatsanwaltschaft bei dem Landgericht Augsburg in Verbindung gesetzt.
Die Fahnder interessieren sich insbesondere für das internationale Firmengeflecht der Victory-Gruppe.
Bei der Victory Unternehmensgruppe gab es bereits vor Stellung des Insolvenzantrages personelle Veränderungen. Mit Wirkung zum 22.09.2006 haben die Aufsichtsräte Rechtsanwalt Ralf Plück und Rechtsanwalt Dirk Wolf ihre Mandate niedergelegt; sie wurden durch Carmen Landerer, die Tochter von Franz Landerer, als Vorsitzende und Sebastian Hermann ersetzt. Zugleich ist Franz Landerer als Vorstand der AG ausgeschieden. Sein Nachfolger ist Schwiegersohn Mehmet Landerer, der auch Geschäftsführer der Konzerntöchter WAL und Multikapital war. Dort wurde er allerdings unter seinem ursprünglichen Namen Mehmet Bajrami geführt. Im Übrigen fungiert Franz Landerer auch nicht mehr als Geschäftsführer der Victory Film Production & Distribution GmbH. Als neuer Geschäftsführer wurde sein Neffe Christian Landerer bestellt.
Bei einem Treffen von Vertretern des Vertrauensgremiums mit den ehemaligen Aufsichtsräten Plück und Wolf am 26.10.2006 in Nürnberg hat Herr Plück mitgeteilt, er habe von Franz Landerer erfahren, dass der Vorstand der Victory Media AG am 23.10.2006 einen Insolvenzantrag gestellt hat. Dieses wurde vom Geschäftsführer der geschäftsbesorgenden Treumedia GmbH, Herrn Platteter, ebenso bestätigt, wie durch das zuständige Insolvenzgericht. Die Victory Media AG musste nun offenbar selbst feststellen, dass Einnahmeprognosen bei Filmfonds reine Spekulation sind. Bei der Victory-Gruppe gab es zwar einige Fonds, die im Laufe von mehr als zehn Jahren das Kunststück fertigbrachten, an die Anleger Ausschüttungen zu leisten. Das Finanzamt München hat die steuerlichen Verluste der Fonds 2 bis 6 nach einer Betriebsprüfung jedoch zum größten Teil aberkannt. Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und das unerklärliche Verhalten bei den außerordentlichen Gesellschafterversammlungen lassen jedoch auf hausgemachte Probleme schließen. Anleger sollten daher prüfen lassen, ob und gegen welche Parteien Schadensersatzforderungen zu richten sind. Zu denken sind insbesondere an Prospekthaftungsansprüche und Regressansprüche gegen Verkäufer und Vertreiber der Beteiligungen.
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